Russland – Fahrt in die Geschichte
Das Reisen im Zug ist faszinierend. Man hat kein Wifi und muss ich mit sich selber beschäftigen. Ich geniesse das Rattern des Zuges, entspannen, lesen und die Landschaft welche an einem vorbeizieht und das Träumen in vollen zügen. Man trifft auf spannende Leute und obwohl es sprachliche Barrieren gibt, da unser Russisch nicht wirklich gut ist, verständigte man sich doch irgendwie. Unser Zugabteil teilen wir mit Tanya und ihrem Sohn Dinet. Die Zugchefin kann einem mit ihrer harten Art etwas beängstigend, trotzdem leiht sie und Becher damit wir Tee und Kaffee trinken können. Das Schlafen im Zug funktioniert erstaunlich gut, die Toiletten sind sauber und bei Stopps vertreten wir und draussen die Beine und kaufen das ein oder andere bei den Damen welche kleinen Verkaufsstände am Perron haben ein. Zu essen gibt es was wir in Moskau eingekauft haben inklusive Fertiggerichte welche man mit dem heissen Wasser aus dem Heisswasserpod im Zug zubereiten kann. Bisher habe ich recht viele Frauen und wenig Männer gesehen die arbeiten. Sei es am Sicherheitsschalter, Restaurant, Verkauf oder im Zug. Der Zug fährt durch Wälder wo man teilweise noch Schnee liegen sieht und viel Schmelzwasser sowie Dörfer und alte Fabriken.
Abends in Jekaterinburg angekommen fuhr uns unser Fahrer Viktor zum Eingang unseres Hostels bei einem Hintereingang. Nach der Eingabe des Codes öffnete sich die Tür und wir kamen in ein ziemlich unheimliches Treppenhaus. Von aussen war nichts gross von einem Hostel angeschrieben und uns wurde es etwas Unheimlich. Wo sind wir hingeraten? Zuoberst angekommen war auch noch nichts angeschrieben. Nach etwas warten und rätseln was wir machen sollten öffnete sich die Tür. Nett wurden wir von der jungen Russin begrüsst und in ein schnuckeliges und sauberes Hostel geführt. Nach dem einchecken, wo wie üblich Kopien von Pass, Visum und der Polizeilichen Registration gemacht wurde, schliefen wir auch bald ein. Am nächsten Morgen standen wir früh auf damit wir vor unserer vorgebuchten Tour noch etwas Frühstücken konnten.
Beim Eingang vorne raus war die Strasse gesperrt und überall standen Polizisten herum. Wir liefen etwas der Strasse aufwärts als wir merkten das hier alle Kaffees geschlossen waren und die Polizisten die Leute aus dem abgesperrten gebiet begleiteten. Wir wollten zurück zum Hostel und wurden aufgehalten. Irgendwie schaffte ich es ihm zu erklären, dass unsere Unterkunft dort war und er Begleitete uns dorthin. Die Strasse wurde wegen der Parade zum Russischen Victory Day gesperrt. Wir gingen zum Hinteren Ausgang hinaus wo wir auch gleich ein Kaffee fanden und für umgerechnet 5 CHF drei Kaffees, und Blinis (Russische Crêpes) für mich und Eier mit Speck für Manuel gab. Wir trafen Irina welche unsere Tour heute leitete sowie der Fahrer Victor. Zuerst fuhren wir zum Memorial für die Toten die hier wegen Stalin exekutiert wurden gefunden waren. Dann gings weiter zum Grensobelisk welche die Grenze Europa und Asien markierte. Während der Fahrt erzählte uns Irina einiges über die Findung der Grenze sowie Jekaterinburg selbst. Jekaterinburg war bis zum Jahr 1991 eine militärische Festung wo keine normalen Leute herein oder heraus kamen. Weiter fuhren wir zum Kloster, welches zum Gedenken der Ermordung der Zarenfamilie Romanovs erbaut wurde. An diesem Ort wurden ihre Gebeine im Jahr 2003 entdeckt.
Für das Kloster mussten wir Frauen uns einen langen Rock und Kopftuch anziehen. In der Kirche war eine Messe wo ein Priester uns kurz segnete und uns ein Karamellbonbon in die Hand gab. Irina sagte, dass diese Bonbons der Hit waren als Jekaterinburg noch geschlossen war. Wir machten eine Kaffeepause wo Irina und Schokolade und Lebkuchen für die morgige Zugfahrt schenkte. Zurück in der Stadt schauten wir uns die Kirche des Blutes an, welche ebenfalls zum Gedenken der Romanovs an dem Ort erbaut wurde, an dem diese erschossen wurden. Weiter erzählte uns Irina, dass sie im Winter teilweise bis zu minus 48 Grad haben und trotzdem noch normal einkaufen und die älteren Kinder zur Schule gingen. Irina gab uns noch ein paar Tipps was wir noch ansehen gehen und zu Abendessen können und verabschiedete sich mit einer herzlichen Umarmung von uns.
Nach der Tour erkundeten wir selbst die Stadt wo die Hauptstrasse wegen des Feiertages Autofrei war. Das Abendessen genossen wir im Podkova wo das Essen, Trinken und die Lokalität super gestimmt haben. Abends wollten wir früh schlafen gehen da uns Viktor für die Weiterfahrt mit dem Zum um 2.50 Uhr abholen kommt. Dich wir wurden von dem Feuerwerk geweckt welches man gut vom Hostel aus in der Wärme bestaunen konnten.













